Zwischenruf vom 06.08.2026
Audio | 06.08.2026 | Dauer: 00:01:38 | SR kultur - (c) SR
Themen
Gewohnheiten
Der Tag war lang. Ich bin müde. Endlich Feierabend. Ich sitze zu Hause, mache den Fernseher an, greife zu Snacks, vielleicht zu einem Glas Wein.
In dem Moment fühlt es sich gut an. Nach Pause. Nach Abschalten.
Aber später bleibt oft ein ungutes Gefühl. Ich habe mich wieder einfach nur berieseln lassen. Wieder nicht das gemacht, was mir eigentlich wichtig gewesen wäre.
Warum mache ich das? Was suche ich da? Ruhe? Nähe? Trost? Ablenkung?
Vielleicht hilft es, mich nicht dafür zu verurteilen, sondern ehrlich hinzuschauen. Nicht mit Vorwürfen. Sondern mit Neugier, mit einem kleinen Moment des Innehaltens.
Veränderung beginnt selten mit einem großen Entschluss. Gute Vorsätze allein reichen nicht. Ich muss handeln. Denn Gewohnheiten sind stark. Sie laufen automatisch ab, ohne Nachdenken.
Deshalb kommt Veränderung meistens nicht mit einem großen Knall. Eher leise. Mit einer kleinen Entscheidung.
Ich nehme mir vor: Am nächsten Abend. Eine andere Entscheidung. Der Fernseher bleibt aus, ein Buch liegt griffbereit auf den Couchtisch.
Wie tröstlich: Ich muss nicht alles sofort schaffen. Veränderung darf langsam sein. Schritt für Schritt.
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