mit Dagmar Eckel über den Preis des Ruhms
Podcast - Aus dem Leben | 09.06.2026 | Dauer: 00:54:45 | SR 3 - Karin Mayer
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Die 84. Minute am 4. Juli 1954 im Wankdorf Stadion von Bern ändert nicht nur das Leben von elf deutschen Fußballern, sondern auch das Selbstwertgefühl eines ganzen Landes. Mit ihrem überraschenden 3:2 Sieg im Endspiel der Fußballweltmeisterschaft über den haushohen Favoriten Ungarn, löst die legendäre Sepp Herberger-Elf im immer noch vom Zweiten Weltkrieg gezeichneten Deutschland neben Euphorie ein neues Selbstbewusstsein aus. Das Wunder von Bern gilt für einige Historiker daher als die emotionale Geburtsstunde der Bundesrepublik. Mit auf dem Platz steht bei diesem historischen Spiel Horst Eckel aus Vogelbach in der Pfalz. Mit 22 Jahren ist er der jüngste Spieler der 54er- Weltmeistermannschaft. Für ihn und seine Mannschaftkollegen, rund um Kapitän Fritz Walter, ändert sich mit dem Sieg ihr Leben. Fortan sind sie für den Rest ihres Lebens Fußballweltmeister. Welche Schattenseiten der Ruhm und die damit verbundenen Erwartungen für die Weltmeister und ihre Familien auch mit sich bringt, erzählt Dagmar Eckel in ihrem Buch Der Preis des Ruhms. Mein Leben als Tochter eines Fußballweltmeisters. Abseits des Mythos an ihrer eigenen Familiengeschichte. 1968 als zweite Tochter von Horst Eckel in Landstuhl geboren, erlebt sie in ihrer Kindheit und Jugend Anfeindungen, Ausgrenzung und sogar einen Entführungsversuch. Später als junge Frau wird sie Opfer von Stalking und Übergriffen. Sehr offen und persönlich beschreibt sie, wie schwierig es für sie ist im Schatten eines nationalen Helden ihre eigene Identität zu finden. Heute ist Dagmar Eckel Lehrerin an einem Gymnasium. Sie studiert Deutsche Literaturwissenschaft, Klassische Archäologie und Mediävistik und schließt ein Studium in Personal- und Business Coaching ab. 2018 gründet sie noch gemeinsam mit ihrem Vater die Horst-Eckel-Stiftung. Neben der generationenübergreifenden Förderung von Sport und Bildung setzt sich Dagmar Eckel als Stiftungsratsvorsitzende auch für die Erinnerung an die 54er-Weltmeister und deren Werte ein. Sie war im Vorstand des 1. FC Kaiserslautern und begleitete ihren Vater bis zu dessen Tod im Dezember 2021 als dessen Managerin zu Veranstaltungen und öffentlichen Auftritten. Am 9. Juni kurz vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada war Dagmar Eckel zu Gast bei SR 3 Aus dem Leben. Mit Gastgeber Uwe Jäger hat sie sich darüber unterhalten, was es bedeutet als Tochter eines Fußballweltmeisters aufzuwachsen und welchen Preis ihre Familien für den Ruhm teilweise bezahlt hat. Aber auch über schöne und persönliche Erinnerungen an ihren Vater Horst Eckel abseits des Fußballplatzes und Rampenlichts. Außerdem, warum für Horst Eckel seine Zeit als Spieler und Trainer beim SV Röchling Völklingen nach seiner Karriere beim 1.FC Kaiserslautern ein Neunanfang war.